VERENGUNG DER WURZELAUSTRITTSÖFFNUNGEN
Neuroforamen
Krankheitsbild
Die Neuroforamenstenosen oder die Verengungen der Nervenwurzelaustrittsöffnungen gehören zu den sehr häufigen Krankheitsbildern, von denen auch jüngere Patienten betroffen sein können.
Wie kommt es zu dieser Verengung? Ursächlich ist meist ein Höhenverlust der Bandscheibe. Dadurch verringert sich der Abstand zwischen dem Wirbelkörper, der oberhalb der Bandscheibe liegt und dem, der unterhalb liegt. Dadurch verengt sich der Nervenwurzelkanal. Zu beachten ist dabei, dass der Höhenverlust der Bandscheibe nicht immer symmetrisch einhergeht. Oft verkippt das Bandscheibenfach nach links oder rechts, es entstehen einseitige Neuroforamenstenosen.
Bei fortgeschrittenen Abnutzungserscheinungen verengen zusätzlich Kalkablagerungen und Arthrosen der Wirbelbogengelenke die Wurzelaustrittsöffnungen.
Im Bereich der Halswirbelsäule gibt es eine Besonderheit. Seitlich am Wirbelkörper ist eine zusätzliche Gelenkverbindung zum nächsten Wirbelkörper ,das Uncovertebralgelenk. Auch dieses Gelenk kann sich infolge der Arthrose verdicken und den Wurzelaustrittskanal dabei einengen.



Behandlungsmethode
Konservative Therapiemaßnahmen haben bei den Neuroforamenstenosen eher schlechte Erfolgsaussichten. Oft sind die radikulären (ausstrahlenden) Beschwerden für den Patienten sehr quälend. Häufig haben die Patienten einen langen Leidens- und Behandlungsweg mit konservativen Maßnahmen hinter sich, bevor sie einen Wirbelsäulenchirurgen aufsuchen.
Meist kann nur mittels spezieller Diagnosetechnik (hoch auflösende sekundäre digitale Bildbearbeitung) die tatsächliche Ursache der Beschwerden geklärt werden. Da jedoch nicht jeder Arzt – auch nicht jeder auf die Wirbelsäule spezialisierte Arzt – über diese technischen Voraussetzungen verfügt, bleiben die Ursachen der Beschwerden oft lange unerkannt.
Wie wird behandelt?
Operatives Ziel ist die Druckentlastung im Neuroforamen. Meistens gelingt das, indem beide Wirbel durch eine Versteifungsoperation wieder auf ihre Ursprungsdistanz gebracht werden. Dabei muss unbeding darauf geachtet werden, dass die Distanz zwischen den beiden langfristig bestehen bleibt. Denn infolge des Einheilungsprozesses kann sich die Distanz wieder verringern und das Neuroforamen verkleinert sich erneut. Die Beschwerden treten wieder auf. Um das zu verhindern, muss eine ausreichende Druckentlastung vom Chirurgen durchgeführt werden. Dies ist mit einem hohen Risiko für Nerv- oder Gefäßverletzungen verbunden und erfordert große Erfahrung vom behandelnden Chirurgen.

Das Bild zeigt die Neuroforamenstenose auf der li. Seite im Segment HWK 5/6 der Halswirbelsäule durch ausgeprägte Uncovertebralarthrose. Nach Druckentlastung Bild b sieht man das normale Neuroforamen und Zustand nach Versorgung mittels Zwischenwirbelendoprothese vom Bryan Typ Bild c. Besonders vor dem Einbringen von Bandscheibenprothesen muss eine ausreichende Druckentlastung erfolgen, um die Beweglichkeit des Segmentes der Prothese zu überlassen.
Im Lendenbereich ist die Erhaltung der Bewegung nicht so wichtig, wie im Halsbereich. So wird meistens das Problem der Neuroforamenstenose im Bereich der Lendenwirbelsäule durch eine stabilisierende Maßnahme nach Wiederherstellung der Bandscheibenhöhe erreicht.




